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Abschied von Mellisa - Isatai´s Abessinier

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Abschied von Mellisa

Geschichten

Schon öfter habe ich im Journal einen „Nachruf“ für verstorbene  Katzen oder Kater gelesen. Es waren Kater oder Katzen die viele als Ausstellungsieger oder erfolgreiche Zuchttiere kannten. Ich möchte heute von einem kleinen, bescheidenen und zauberhaften, wildfarbenen Somalimädchen erzählen:  

Melissa kam mit 4 Monaten zu uns. Sie war kein besonders schönes Kätzchen, hatte aber einen interessanten Stammbaum, denn viele ihrer Vorfahren waren Somalis aus der amerikanischen  Lynn-Lee-Linie. Es war auch nicht unbedingt der züchterische Gedanke der uns bewog diese Katze bei uns aufzunehmen. Wir hatten eigentlich nur ein von uns gezüchtetes Jungtier in seinem neuen Zuhause besuchen wollen. Melissa wich bei diesem Besuch nicht von unserer Seite und schmuste ständig, vor allem mit meinem Mann und  hat sich so durch ihre zauberhafte Art einfach in unser Herz geschlichen. Wir hörten, daß Melissa als 3 Monate altes Jungtier, einen schrecklichen Unfall hatte:
beim Spiel mit einer Schnur hatte sie sich die Unterlippe fast abgerissen und mußte operiert werden.
Die Operation und Heilung sind gut verlaufen und man sah nichts mehr von der früheren Verletzung. Natürlich nahmen wir Melissa mit zu uns nach Hause. Es gab bei der Eingewöhnung kaum Probleme, denn sie lief gurrend wie ein Täubchen auf unsere anderen Katzen zu. Ihr ausgeglichenes Wesen brachte viel  Freude in unser Zuhause und auch die anderen Katzen profitierten von ihrem Einfallsreichtum beim Spielen und Toben. Beim Toben mit einer unserer Katzen bekam sie einen Kratzer über dem Auge ab.


Dieser Kratzer wollte einfach nicht verheilen und sie bekam auch noch Schnupfen, obwohl sie geimpft war. Also zog Melissa in unserem Schlafzimmer ein. Der Schnupfen wurde besser, nur der Kratzer heilte schlecht. Einige Zeit später, wieder Schnupfen, diesmal mit Bronchitis. Sie wurde mit verschiedenen Antibiotika behandelt, es wurden verschiedene Tests gemacht ,FeLV, FIP, FIV und auch Allergie, alle Testergebnisse waren negativ. Auch der Zahnwechsel machte große Probleme und sie hatte eine schlimme Zahnfleischentzündung, wir waren inzwischen Dauergast bei unserem Tierarzt.

Melissa fand es schrecklich, immer in Quarantäne (Schlafzimmer) zu sein, aber zum Schutz für unsere anderen Katzen war es notwendig. Endlich heilte das Zahnfleisch und auch der Kratzer über dem Auge ab, aber es blieb eine Narbe zurück, aber endlich durfte sie wieder überall herumtollen. Als Melissa 8 Monate alt war, bemerkten wir dicke Knoten an beiden Beinbeugen und auch an den Kinnwinkeln.

Erneuter Besuch beim Tierarzt, wieder Blutentnahme, wieder alle Tests negativ nur das große Blutbild war nicht in Ordnung und so bekamen wir die niederschmetternde Diagnose: lymphatische Leukose, eine nicht ansteckende Krebsform des Lymphsystems, daß nur sehr junge oder sehr alte Katzen bekommen. Obwohl die Prognose sehr schlecht war, wurde Melissa mit Spinnengift und Baypamun behandelt aber sie hatte inzwischen furchtbar viel Angst vor dem Tierarzt. Wir versuchten auch Behandlungsmethoden, die nichts mit Schulmedizin zu tun haben, in der Hoffnung, sie könnten unserer Katze helfen.

Trotz ihrer Krankheit war Melissa weiterhin die verspielte, verschmuste und pfiffige Zaubermaus, die als einzige Katze unserer militanten Zuchtkatze "Bonnie" bei der Jungenaufzucht helfen durfte. "Missy" kümmerte sich rührend um die Babys, putzte und spielte und brachte den Kleinen den Katzenknigge auf so niedliche Art bei, daß man nur lächelnd zuschauen konnte. Wir wurden von ihrer Liebe überschüttet, wenn sie uns sah rannte sie gurrend (es klang fast wie jubeln) auf uns zu und gab "Köpfchen", auch Besuch wurde freudlichst begrüßt und beschmust und alle liebten Melissa sofort. Zu unserer Freude wurden die Knoten kleiner und verschwanden schließlich ganz. Hoffnung keimte bei uns auf, daß sie , Wunder soll es ja geben, gesund werden würde. Ein erneutes Blutbild macht die Hoffnung zunichte.

Melissa wurde aber trotzdem rollig und sie wurde dünner hatte aber trotzdem noch ein Bäuchlein, sie erbrach häufiger außerdem hustete sie sehr oft. Wir wollten sie noch röntgen lassen doch die Rolligkeiten wurden häufiger und wir entschlossen uns zur Kastration, bei der auch beide Gebärmutterhörner entfernt werden sollten. Dieses erforderte einen größeren Bauchschnitt, bei dem der Bauchraum auch gleichzeitig untersucht werden könnte.
Als Melissa ihre Narkose bekam, hielt ich sie fest in meinen Armen, ich durfte sie bis sie fest eingeschlafen war im Arm halten und streicheln. Nachdem ich sie auf den OP-Tisch legte, verließ ich mit einem ganz schlechten Gefühl den OP. Ich wartete und nach kurzer Zeit kam der Tierarzt und seine Helferin mit sehr besorgten Gesichtern und riefen mich zum OP. Melissa´s Milz war riesengroß.

Die Entscheidung war furchtbar aber klar, wir ließen Melissa für immer weiterschlafen. Sie ist nur 15 Monate alt geworden. Obwohl unsere "Missy" so krank war, hatte wir nie den Eindruck, daß sie leiden würde, sie spielte und tobte noch am Abend vor ihrer Operation durch die Wohnung. Ich habe Melissa auf unserem Campingplatz beerdigt und ein "Tränendes Herz" auf ihr Grab gepflanzt.

Sie war nicht die schönste Somali, sie hätte auch nie einen Preis gewonnen und nur wenige Leute haben sie kennengelernt, aber mit ihren zauberhaften Charakter hat sie unsere wunderbare Rasse bestens vertreten und dadurch wäre sie zum Weltsieger geworden.Wir werden sie  nie vergessen.

Danke „Missy“, daß Du bei uns warst


PS. Heute sind wir uns fast sicher, dass unsere Missy an PK- Defizienz gestorben ist. Damals war das Krankheitsbild noch nicht erforscht und daher wussten noch nicht mal die Tierärzte etwas über diese Krankheit. Wenn wir uns den Ablauf der Erkrankung nach heutigem Wissenstand vergegenwärtigen, entspricht Missys Leiden dem der Pyruvatkinase - Defizienz.

 
Last update : 10.09.2017
Mail:  gabriela.wolter@isatai.de
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